Marmelade kaufen? Bei uns kommt sie selbst gekocht in die Kuchen. Unsere Marillenmarmelade steckt in der Wiener Sachertorte und im Punschkonfekt – und genau deshalb soll sie vor allem eines sein: richtig fruchtig.
Frische Marillen sind hier auf der Baja schwer zu bekommen, deshalb koche ich sie aus getrockneten Marillen. Die bringen so viel eigene Süße mit, dass wir mit sehr wenig Zucker auskommen – und auch Aroma, dachte ich … (mehr dazu im Nachtrag unten). Ein Schuss Cointreau gibt ihr zum Schluss noch eine feine Orangennote.
Das Rezept ergibt etwa 750 g Marmelade, also 3–4 kleine Gläser – ideal als Kuchenfüllung.

Zutaten
- 250 g getrocknete Marillen (Aprikosen)
- 450–500 ml Wasser
- 60–70 g Zucker
- 8 g Pektin (für wenig Zucker, z. B. Zitruspektin „bajo metoxilo“)
- 2 EL Zitronensaft
- 25–30 ml Cointreau
- 1 kleine Prise Salz
Zubereitung
- Einweichen: Die Marillen in eine Schüssel geben, mit etwa 450 ml Wasser übergießen und mindestens 4–6 Stunden, besser über Nacht, einweichen.
- Weich kochen: Die Marillen samt Einweichwasser in einen großen Topf geben (mindestens 3 Liter – die Masse schäumt später beim Kochen mit dem Pektin stark auf) und 10–15 Minuten sanft köcheln, bis sie wirklich weich sind. Ist die Masse sehr dick, etwas Wasser zugeben.
- Pürieren: Mit dem Pürierstab fein pürieren. Wer Stückchen mag, schneidet einen Teil der Marillen vorher klein und hebt sie erst danach unter.
- Pektin mischen: Das Pektin gründlich mit dem Zucker vermischen – so verteilt es sich gut und klumpt nicht.
- Kochen: Das Püree wieder erhitzen, die Zucker-Pektin-Mischung unter ständigem Rühren einrieseln lassen und sprudelnd aufkochen. Etwa 3 Minuten kräftig kochen, dabei ständig rühren. Zitronensaft und Salz dazugeben.
- Cointreau: Den Cointreau einrühren und noch etwa 1 Minute weiterkochen.
- Gelierprobe: Einen kleinen Teller vorher in den Kühlschrank stellen. Einen Tropfen Marmelade daraufgeben und abkühlen lassen: Wird sie dicklich und lässt sich mit dem Finger zusammenschieben, passt es. Sonst noch etwas weiterkochen.
- Abfüllen: Heiß in saubere, sterilisierte Gläser füllen, verschließen und abkühlen lassen.
Sabines Tipp
Mit 60 g Zucker anfangen – die getrockneten Marillen sind schon süß genug. Abschmecken kann man am Ende immer noch.
Das Pektin für wenig Zucker wird oft erst richtig fest, wenn die Marmelade ganz ausgekühlt ist. Heiß wirkt sie noch flüssig – also nicht erschrecken und nicht gleich mehr Pektin nehmen. Bleibt sie zu weich, einfach etwas länger einkochen.
Meine Marmelade koche ich bewusst etwas fester ein – sie ist vor allem als Kuchenfüllung gedacht, etwa für die Sachertorte und das Punschkonfekt. So weicht sie nicht durch und läuft nicht aus. Wer sie lieber streichzart fürs Frühstücksbrot mag, nimmt etwas weniger Pektin oder rührt vor dem Abfüllen noch einen Schuss heißes Wasser ein.
Beim Cointreau nicht übertreiben: Mehr als 30 ml nehme ich nicht, die Marille soll im Vordergrund bleiben.
Weil sie so wenig Zucker hat, gehört die Marmelade in den Kühlschrank. Angebrochene Gläser am besten innerhalb von 2–3 Wochen aufbrauchen.
Nachtrag Oktober 2026
Frische Marillen bekomme ich hier in Mexiko leider nicht, deshalb habe ich die Marmelade aus getrockneten Marillen gekocht. Ganz überzeugt hat sie uns aber nicht: Beim Trocknen geht viel vom typischen Marillenaroma verloren, und die Marmelade war uns zu mild. Deshalb haben wir das Rezept abgewandelt – jetzt kommen getrocknete Cranberries dazu. Sie bringen eine feine Säure, eine schöne Farbe und machen die Marmelade richtig fruchtig. Auf 500 g Marmelade nehme ich 80–100 g Cranberries, grob gehackt und vorher in Wasser oder Orangensaft eingeweicht.
← Zurück zu Sabines Bakeaway – alle Rezepte, Preise und Bestellung
Unsere Rumrosinen
Für unsere Rumrosinen verwenden wir El Ron Prohibido Gran Reserva 15 – einen exquisiten, gereiften mexikanischen Rum – und dunklen Piloncillo. Ich setze immer gleich ein ganzes Glas an und bewahre es im Kühlschrank auf. So habe ich sie jederzeit griffbereit, und durch den Alkohol halten sie wochenlang. Sie kommen in den Scheiterhaufen, den Kaiserschmarrn und den Apfelstrudel.

Unser Powidl
Powidl ist das dunkle, würzige Zwetschkenmus aus der österreichisch-böhmischen Küche. Frische Zwetschken bekomme ich hier kaum, deshalb koche ich ihn aus getrockneten Zwetschken (ciruela pasa) – langsam eingekocht, mit etwas braunem Zucker, Zimt und einem guten Schuss El Ron Prohibido Gran Reserva 15. Er wird so schön dick, dass ich ihn vor dem Verwenden mit einem Löffel Rum glattrühre. Er kommt in unsere Tiroler Polsterzipf und in die dressierte Linzertorte.

Unsere Cranberry-Marmelade
Fruchtig-säuerlich und mit einer wunderschönen Farbe – sie steckt in unserer exotischen Kokostorte mit Mango.
Apfelmus und Zwetschkenröster
Beides koche ich selbst ein. Sie gibt es auf Wunsch zum Kaiserschmarrn: hausgemachtes Apfelmus (+20) oder Zwetschkenröster (+30).