Wasser auf der Baja – warum wir plötzlich ganz anders darüber nachdenken

Als wir noch in Österreich gelebt haben, haben wir uns über Wasser eigentlich nie Gedanken gemacht.

Man dreht den Wasserhahn auf.

Wasser kommt heraus.

Fertig.

Woher es kommt, wie es aufbereitet wird und welchen Weg es bis zum Wasserhahn genommen hat, interessiert einen im Alltag eigentlich nicht sonderlich.

Hier auf der Baja California Sur ist das ein bisschen anders.

Hier müssen wir wissen, woher unser Wasser kommt, wie wir es bekommen und was danach damit passiert.

Und genau deshalb ist Wasser inzwischen ein ziemlich großes Thema bei der Planung unseres Hauses.

Unser Wasser kommt aus der Pipa

Unser zukünftiges Haus wird vollständig über zwei große Wassertanks zu je 10000 Liter versorgt.

Das Wasser wird mit einer Pipa angeliefert und in unseres Tanks gespeichert.

Unser eigenes Trinkwasser werden wir weiterhin separat kaufen.

Das Wasser aus den Tanks wird also für die gesamte Hausversorgung verwendet:

  • Duschen
  • Waschen
  • Toiletten
  • Putzen
  • Garten

Und natürlich alles, wofür man im Alltag Wasser braucht.

Nur in der Küche wollen wir einen zusätzlichen Schritt einbauen.

Denn dort möchten wir das Wasser aus unserem Tank zusätzlich filtern.

Nicht, weil wir davon ausgehen, dass das Wasser grundsätzlich schlecht ist.

Sondern weil wir bei etwas so Wichtigem wie Wasser einfach gerne eine zusätzliche Sicherheitsstufe hätten.

Das Wasser auf der Baja ist nicht überall dasselbe

Bei unserer Recherche haben wir schnell festgestellt, dass man gar nicht von „dem Wasser auf der Baja“ sprechen kann.

Die Baja California Sur ist riesig und verfügt über unterschiedliche Grundwasservorkommen und Versorgungssysteme.

Und auch innerhalb einer Region kann die Wasserversorgung unterschiedlich organisiert sein.

Das bedeutet auch:

Nicht jede Pipa muss zwangsläufig dasselbe Wasser liefern.

Und genau diese Frage interessiert uns für unser eigenes Haus besonders.

Denn wir wollen irgendwann wissen:

Woher kommt eigentlich das Wasser, das unsere Pipa bringt?

Ist das Wasser in La Paz überhaupt schlecht?

Das war eine der Fragen, die wir uns bei der Recherche gestellt haben.

Und die Antwort ist interessanter, als wir zunächst gedacht hätten.

Das kommunale Wasser in La Paz wird aufbereitet und kontrolliert.

Bei veröffentlichten Untersuchungen von COEPRIS aus dem Jahr 2024 wurden sechs Proben aus Speichern mit bereits aufbereitetem Wasser untersucht. Die Ergebnisse lagen innerhalb der geltenden Parameter der mexikanischen Trinkwassernorm.

Das fanden wir tatsächlich interessant.

Denn es zeigt:

Man kann nicht einfach sagen, dass das Wasser in Mexiko schlecht oder nicht trinkbar ist.

Das wäre viel zu pauschal.

Aber trotzdem bedeutet eine einwandfreie Wasserprobe aus einem Versorgungssystem nicht automatisch, dass das Wasser an jedem privaten Wasserhahn dieselbe Qualität hat.

Denn dazwischen liegt noch ein ziemlich langer Weg.

Aufbereitung → Leitungsnetz → Speicher → Hausinstallation → Wasserhahn

Und genau diesen Weg müssen wir bei uns ein bisschen anders betrachten.

Bei uns sieht die Kette nämlich so aus

Bei unserem Haus wird es ungefähr so aussehen:

Quelle / Brunnen

Pipa

Wassertanks

Hausinstallation

Wasserhahn

Und damit kommt ein Punkt ins Spiel, über den wir uns früher wahrscheinlich überhaupt keine Gedanken gemacht hätten:

die Wassertanks.

Denn Wasser kann an der Quelle völlig in Ordnung sein und trotzdem später verunreinigt werden.

Zum Beispiel während des Transports oder während der Lagerung.

Eine Geschichte, die uns dabei nachdenklich gemacht hat

Der Vater eines Freundes von uns lebt seit vielen Jahren auf den Kanaren.

Er ist dort schwer erkrankt, weil ein totes Tier in den Wassertank gelangt war und das Wasser dadurch kontaminiert wurde.

Natürlich bedeutet das nicht, dass so etwas bei uns passieren wird.

Aber die Geschichte ist uns im Kopf geblieben.

Denn plötzlich wird einem bewusst:

Ein Wassertank ist eben nicht einfach nur ein großer Behälter.

Wenn man Wasser über längere Zeit darin speichert, muss man sich auch darum kümmern, dass dieser Tank sauber, geschlossen und geschützt ist.

Und genau deshalb wollen wir bei unserem eigenen Haus nicht nur darauf achten, was in die Tanks hineinkommt, sondern auch darauf, was aus ihm wieder herauskommt.

Was wir über die Pipas im Umkreis unseres zukünftigen Hauses herausgefunden haben

Gerade für unsere Gegend wird Wasser teilweise über Pipas angeliefert.

Wir haben herausgefunden, dass Pipa-Betreiber bei Problemen mit Brunnen diese auch mal wechseln.

Was wir allerdings bisher nicht eindeutig herausfinden konnten:

Alle privaten Pipas in der Gegend beziehen ihr Wasser aus derselben Quelle.

Und genau das wollen wir noch herausfinden.

Denn für uns wäre es natürlich interessant zu wissen, aus welchem Brunnen oder welcher Quelle unsere Pipa ihr Wasser tatsächlich lädt.

Dann könnten wir uns auch viel genauer mit der Wasserqualität dieser konkreten Quelle beschäftigen.

Wir wollen nicht das ganze Hauswasser filtern

Bei der Planung unseres Hauses war für uns deshalb schnell klar:

Wir brauchen keine riesige Anlage, die aus jedem Liter Wasser im Tank Trinkwasser macht.

Unser Trinkwasser kaufen wir ohnehin separat.

Aber wir möchten das Tankwasser in der Küche zusätzlich aufbereiten.

Deshalb planen wir eine zweistufige Filterung.

Der erste Filter soll bereits am Hauszulauf beziehungsweise nach dem Tank sitzen.

Er soll vor allem Sand, Erde, Rost, Sedimente und andere größere Partikel aus dem Wasser holen.

Damit wird nicht nur das Wasser etwas sauberer, sondern auch unsere gesamte Hausinstallation geschützt.

Der Filter ist auf einen hohen Durchfluss ausgelegt und damit grundsätzlich interessant für eine komplette Hausversorgung.

Er soll dabei gar nicht alles herausfiltern.

Er ist vielmehr die erste Stufe.

Und dann kommt die Küche

In der Küche soll ein zweiter, feinerer Filter eingebaut werden.

Und dieser eine gefilterte Anschluss hat bei uns gleich mehrere Aufgaben.

Das Wasser soll zum Kochen verwendet werden, als Wasser für die Tiere und auch unser Geschirrspüler wird über diesen gefilterten Anschluss versorgt.

Das war uns wichtig.

Denn wenn wir schon zusätzlich filtern, möchten wir nicht nur das Wasser aus einem kleinen Trinkwasserhahn filtern und daneben den Geschirrspüler weiterhin mit ungefiltertem Tankwasser betreiben.

Dann soll lieber der gesamte Küchenanschluss gefiltertes Wasser bekommen.

Deshalb reicht für uns auch kein kleiner Trinkwasserfilter

Bei der Recherche haben wir festgestellt, dass viele klassische Untertischfilter eigentlich für einen einzigen Trinkwasserhahn gedacht sind.

Für uns wäre das zu wenig.

Unser Filter muss schließlich auch genügend Wasser für den Geschirrspüler liefern.

Deshalb sind für uns neben der eigentlichen Filterleistung vor allem Durchfluss und Druckverlust wichtig.

Ein interessanter Kandidat, den wir uns deshalb angesehen haben, ist die Pentair Everpure FC-S-Serie.

Je nach Kartusche werden dabei unter anderem Durchflussraten von etwa 5,7 bis 9,5 Litern pro Minute, eine Filterfeinheit bis 0,2 Mikrometer und NSF/ANSI-Zertifizierungen angegeben.

Ob genau dieses System am Ende bei uns eingebaut wird, wissen wir allerdings noch nicht.

Denn wir möchten nicht einfach den teuersten oder technisch beeindruckendsten Filter kaufen.

Wir wollen den richtigen Filter für unser Wasser.

Erst wissen, was im Wasser ist

Und genau deshalb steht vor der endgültigen Kaufentscheidung noch eine Sache:

eine Wasseranalyse.

Wir möchten möglichst genau wissen, wie unser Wasser tatsächlich zusammengesetzt ist.

Interessant sind für uns dabei unter anderem:

  • TDS beziehungsweise Salzgehalt
  • Wasserhärte und Kalk
  • Fluorid
  • Arsen
  • Nitrat
  • Schwermetalle
  • Eisen und Mangan
  • und natürlich auch die mikrobiologische Belastung

Denn erst wenn wir wissen, was tatsächlich im Wasser ist, können wir entscheiden, welche Filtertechnik wir überhaupt brauchen.

Vielleicht reicht eine Kombination aus Sediment- und Feinfilter.

Vielleicht brauchen wir zusätzliche Filterstufen.

Vielleicht stellt sich auch heraus, dass bestimmte Dinge, über die wir uns Gedanken gemacht haben, bei unserem Wasser überhaupt kein Problem sind.

Das wollen wir lieber messen als vermuten.

Denn wir haben inzwischen gelernt:

Auf der Baja muss man nicht alles komplizierter machen.

Man muss nur wissen, wo die eigenen Bedürfnisse liegen – und an den richtigen Stellen eine vernünftige Lösung finden.

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