Warum ausgerechnet die Baja California Sur? Unsere Entscheidung erklärt

„Warum ausgerechnet dort?“ – Das ist wohl die Frage, die wir am häufigsten hören.

Und wir verstehen sie. Mexiko ist riesig – ein Land voller Gegensätze, mit unzähligen Küstenabschnitten, Städten und Regionen. Warum also haben wir uns ausgerechnet für die Baja California Sur entschieden? Und warum für die Gegend rund um La Paz und Todos Santos?

Die Antwort darauf lässt sich nicht einfach in einer Liste von Gründen zusammenfassen.

Es ist die Geschichte eines Traums, den wir viele Jahre in uns getragen haben. Die Sehnsucht nach einem Ort, an dem wir nicht nur Urlaub machen, sondern wirklich leben können. Nach einem Leben am Meer, das uns schon seit Jahrzehnten begleitet. Und nach dem Gefühl, irgendwann irgendwo anzukommen und zu wissen:

Hier gehören wir hin.

Die Leidenschaft fürs Meer als Ausgangspunkt

Unsere Liebe zum Meer besteht schon seit Jahrzehnten. Ich habe mit 16 Jahren zu tauchen begonnen, Romed vor knapp 20 Jahren. Was für andere ein Hobby ist, wurde für uns längst zu einem festen Bestandteil unseres Lebens.

Wir durften die Schönheit der Unterwasserwelt hautnah erleben, mussten aber gleichzeitig mitansehen, wie sich unsere Meere verändern: Fischbestände gehen zurück, Lebensräume verschwinden und der Overtourismus nimmt immer weiter zu.

Je mehr wir davon gesehen haben, desto schwerer fiel es uns, einfach nur zuzusehen.

Irgendwann begannen wir deshalb, uns aktiv im Haischutz zu engagieren. Denn wenn man etwas wirklich liebt, möchte man nicht nur davon erzählen und es bewundern. Man möchte es bewahren und etwas zurückgeben.

Hier vor Ort können wir diese Leidenschaft besonders gut leben. Die Region bietet Schutz für Haie, Seelöwen, Meeresschildkröten und viele andere faszinierende Lebewesen.

Als zwei Tiroler war das Meer für uns lange ein Sehnsuchtsort. Wir mussten über die Berge fahren, um es zu sehen, und ins Flugzeug steigen, um ihm wirklich nahe zu sein. Das Meer bedeutete Urlaub und Freiheit für ein paar Wochen – bevor wir wieder nach Hause flogen.

Irgendwann kam deshalb die Frage:

Was wäre, wenn das Meer nicht mehr unser Urlaubsziel wäre?

Was wäre, wenn wir morgens aufwachen und wissen, dass es einfach da ist? Wenn wir nicht mehr die Tage bis zum nächsten Tauchurlaub zählen und irgendwann wieder Abschied nehmen müssen?

Für uns stand schließlich fest: Wenn wir auswandern, dann dorthin, wo das Meer nicht nur ein Teil unseres Lebens ist, sondern unser täglicher Begleiter.

Und was für ein Ort dafür!

Die Baja ist ein Paradies für Taucher und für alle, die das Meer lieben. Je nach Jahreszeit begegnen wir hier Haien, Walen, Orcas, Marlins, Mobulas und Seelöwen – frei und unvorhersehbar im offenen Wasser.

Nichts wird erzwungen. Man weiß nie, was hinter der nächsten Welle auf einen wartet.

Genau das macht jede Begegnung so besonders.

Wer einmal mit einem Wal im Wasser war oder neben einer schier endlosen Schule von Mobulas getaucht oder geschnorchelt ist, versteht vielleicht, warum wir irgendwann nicht mehr nur zu Besuch sein wollten.

Wir wollten dort leben, wo unser Herz schon lange zuhause war.

Warum Mexiko und nicht ein anderes Land

Den Wunsch, irgendwann an einem Ort zu leben, an dem wir uns wirklich zuhause fühlen, tragen wir seit mehr als zwei Jahrzehnten in uns.

Es war kein spontaner Entschluss, sondern eine Sehnsucht, die uns über viele Jahre begleitet hat.

Die Frage war nur: Was bedeutet dieses „dort“ eigentlich?

Wo soll dieser Ort sein? Und welche Voraussetzungen muss er erfüllen, damit wir uns dort nicht nur für einige Wochen oder Monate wohlfühlen, sondern uns ein dauerhaftes Leben vorstellen können?

So bereichernd unsere Reisen auch waren, lange gab es kein Land, bei dem wir beide sagen konnten:

Hier stimmt alles. Hier könnten wir bleiben. Hier könnten wir alt werden.

Das änderte sich mit unserem ersten Besuch auf der Baja California.

Vom ersten Augenblick an hat uns diese Region in ihren Bann gezogen. Die ungezähmte, raue Natur, die Berge, die uns als Tiroler vertraut vorkamen, die endlosen Strände und die gewaltige Brandung des Pazifiks.

Und natürlich dieses Meer, das uns das ganze Jahr über mit seiner unglaublichen Tierwelt fasziniert.

Doch es waren nicht nur Landschaft und Natur, die uns berührt haben.

Es waren vor allem die Menschen.

Ihre Herzlichkeit und Offenheit, diese Selbstverständlichkeit, mit der sie einem begegnen und das Gefühl geben, willkommen zu sein.

Vielleicht war es genau diese Verbindung, die unseren Traum plötzlich greifbar machte.

Für Mexiko sprachen am Ende viele Dinge: das trockene Klima, eine Mentalität, zu der wir passen, ein Land, in dem wir uns sicher fühlen, fantastische Möglichkeiten zum Tauchen, gutes Essen, ein für uns gut zugängliches Gesundheitssystem und die unglaubliche Vielfalt des Landes.

Aber über all diesen Punkten stand etwas, das sich nicht in einer Checkliste erfassen lässt:

Das Gefühl, dass wir hier richtig sein könnten.

Warum die Baja California Sur statt Cancún oder Riviera Maya

Die bekannten Auswanderer-Hotspots in Mexiko liegen meist an der Karibikküste – Cancún, Tulum oder Playa del Carmen.

Wir haben uns bewusst dagegen und für die Baja California Sur entschieden.

Ein wichtiger Grund war das Klima. Wir wollten in einer trockenen Region leben, und das war für uns ein entscheidendes Kriterium.

Doch ebenso wichtig waren die geringere touristische Dichte, die Weite und die einzigartige Nähe von Wüste, Bergen und Pazifik.

Dazu kam dieses besondere Lebensgefühl, das wir hier von Anfang an gespürt haben.

Die Baja erschien uns ursprünglicher, weniger durchkommerzialisiert und weniger inszeniert.

Sie ist rauer. Manchmal hart. Heiß, trocken und staubig.

Aber genau das gehört für uns zu ihrer Schönheit.

Hier ist nicht alles perfekt – und vielleicht muss es das auch gar nicht sein.

Die Baja hat ihren eigenen Charakter und versucht nicht, jedem zu gefallen.

Genau das hat uns gefallen.

Irgendwann wussten wir: Dieser Ort ist nicht nur wunderschön. Er passt zu uns.

La Paz und Todos Santos: wie wir unseren Ort gefunden haben

Seit unserem ersten Besuch ist einige Zeit vergangen. Unser Traum wurde Schritt für Schritt greifbarer.

Aus einer Idee wurde eine Sehnsucht, aus der Sehnsucht ein Plan – und irgendwann Realität.

Wir haben unser Haus in Österreich verkauft, schon vor längerer Zeit ein Stück Land in Mexiko erworben und unser zukünftiges Zuhause in den Bergen mit Blick auf den Pazifik begann auf den Bauplänen Gestalt anzunehmen.

Dann kam der Moment, in dem unser Container abgeholt wurde.

Plötzlich war es wirklich soweit.

Wir sind aufgebrochen – dieses Mal ohne Rückflugticket.

Ein seltsames Gefühl zwischen Aufregung, ein wenig Wehmut und einer riesigen Vorfreude auf das, was vor uns liegt.

Heute leben wir in der Nähe von La Paz an der Bucht. Weiter südlich, in den Bergen am Pazifik nahe Todos Santos, entsteht unser zukünftiges kleines Reich:

35 Hektar unberührte Wildnis.

La Paz ist für uns momentan die ideale Zwischenstation. Hier befinden sich unsere Architektin, unsere Bank, die Anwältin, der Steuerberater und alles, was wir für den Alltag benötigen.

Die Kombination aus guter Infrastruktur und der Möglichkeit, gleichzeitig mitten in der Natur zu leben, war für uns ausschlaggebend.

Die Pazifikseite ist für uns außerdem deutlich angenehmer, weil es dort im Schnitt einige Grad kühler ist und der Wind vom Meer für zusätzliche Abkühlung sorgt.

Und dann ist da diese Lage:

Vor uns der Pazifik.

Hinter uns die Berge.

Für zwei Tiroler natürlich ein ganz besonderes Argument.

Vielleicht ist es genau diese Verbindung aus Bergen und Meer, die uns so vertraut vorkommt.

Vielleicht ist es aber auch einfach dieses schwer erklärbare Gefühl, das uns immer wieder sagt:

Wir sind auf dem richtigen Weg.

Unser Fazit

Mit Mitte 50 noch einmal einen kompletten Neuanfang zu wagen, klingt für viele nach einer schweren oder vielleicht sogar verrückten Entscheidung.

Für uns war es das nicht.

Nicht, weil dieser Schritt einfach gewesen wäre, sondern weil wir irgendwann verstanden haben, dass es manchmal viel schwerer ist, an einem Ort zu bleiben, an dem man sich innerlich längst nicht mehr zuhause fühlt.

Das Gefühl, dass Österreich und auch Europa für uns keine Heimat mehr sind, wurde in den vergangenen Jahren immer stärker.

Gleichzeitig haben wir gemerkt, wonach wir uns sehnen:

Nach mehr Menschlichkeit.

Nach echter Nähe.

Nach ehrlichem Miteinander, Wertschätzung und Hilfsbereitschaft.

Es schmerzt uns zu sehen, wie solche Werte vielerorts zunehmend in den Hintergrund rücken. Hier haben wir dagegen eine Offenheit und Herzlichkeit erlebt, die uns tief berührt.

Natürlich wissen wir, dass auch Mexiko nicht perfekt ist. Uns werden Herausforderungen erwarten, manches wird komplizierter und chaotischer sein, als wir es aus Europa gewohnt sind.

Aber trotzdem fühlt sich unsere Entscheidung für uns wie eine Befreiung an.

Wir haben nicht einfach nur ein Land verlassen.

Wir haben uns entschieden, unser Leben noch einmal selbst in die Hand zu nehmen und unseren Traum nicht irgendwann zu leben, sondern jetzt.

Für mehr Meer.

Für mehr Natur.

Für mehr Freiheit.

Für mehr Zeit.

Für ein Leben, das sich für uns wieder richtig anfühlt.

Und vielleicht ist genau das die Antwort auf die Frage, warum ausgerechnet die Baja California Sur.

Weil wir hier etwas gefunden haben, wonach wir lange gesucht haben.

Nicht den perfekten Ort.

Aber unseren Ort.

Einen Ort, an dem wir morgens aufwachen und wissen:

Ja. Genau hier wollen wir sein.

Würden wir uns aus heutiger Sicht wieder für die Baja California Sur entscheiden?

Ohne zu zögern.


Ein wichtiger Hinweis zu unseren Beiträgen

Wir versuchen, für unsere Beiträge so gewissenhaft wie möglich zu recherchieren und unsere Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammenzutragen. Gleichzeitig teilen wir hier vor allem unsere eigenen Erfahrungen, persönlichen Eindrücke und Empfehlungen, die wir während unseres Lebens und unserer Auswanderung auf der Baja California Sur sammeln.

Bitte bedenkt dabei, dass sich Gesetze, Vorschriften und behördliche Abläufe jederzeit ändern können. Außerdem kann manches, was hier auf der Baja California Sur gilt oder auf eine bestimmte Weise gehandhabt wird, in anderen Regionen Mexikos ganz anders aussehen.

Daher können wir keine Gewaehr dafuer uebernehmen, dass unsere Angaben vollstaendig sind oder zum Zeitpunkt des Lesens noch der aktuell gueltigen Gesetzeslage bzw. den derzeitigen behoerdlichen Vorgaben entsprechen.

Unser Rat: Bitte recherchiert wichtige Informationen immer noch einmal selbst, fragt bei den zustaendigen Behoerden oder Fachleuten nach und vergewissert euch, dass die jeweiligen Angaben fuer eure persoenliche Situation und euren Aufenthaltsort tatsaechlich zutreffen.

Unsere Beitraege sollen euch vor allem einen Einblick in unsere Erfahrungen geben, euch inspirieren und vielleicht die eine oder andere Orientierung bieten – sie ersetzen jedoch keine individuelle Beratung oder eigene Recherche.

Wir freuen uns, wenn unsere Erfahrungen euch bei euren eigenen Plaenen helfen koennen. 😊

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