Unser Leben auf 35 Hektar – ein Traum, der erst noch Realität werden muss

Wenn wir heute über unser zukünftiges Zuhause sprechen, sagen wir oft ganz selbstverständlich: „Unser Haus auf unserem Land.“ Aber eigentlich ist das nicht ganz richtig. Denn unser Haus ist nur ein Teil von dem, was wir uns erträumt haben. Unser eigentlicher Traum ist viel größer.

Es geht nicht nur um vier Wände, ein Dach und eine schöne Terrasse. Es geht um ein Leben. Ein Leben, das wir uns heute noch in vielen kleinen Bildern vorstellen. Und gleichzeitig wissen wir: Wir haben keine Ahnung, wie es sich tatsächlich anfühlen wird, dort zu leben. Denn unser Leben auf den 35 Hektar hat noch gar nicht richtig begonnen.

Wie wir zu unseren 35 Hektar gekommen sind

Manchmal entsteht ein großer Traum nicht von heute auf morgen.

Er entwickelt sich langsam.

Unser erster Kontakt mit der Baja California war bereits 2020.

Damals waren wir einfach fasziniert von dieser besonderen Landschaft.

Diese Weite.

Diese Mischung aus Wüste, Bergen und Meer.

Diese raue Schönheit, die man schwer erklären kann, wenn man sie nicht selbst erlebt hat.

Schon damals hat diese Gegend etwas in uns ausgelöst.

Aber wir wussten noch nicht, dass irgendwann einmal genau hier unser Zuhause entstehen würde.

Mit der Zeit wurde aus dieser Faszination ein Gedanke:

Könnten wir uns vorstellen, hier einmal zu leben?

Im Frühling 2023 wollten wir dieser Frage genauer nachgehen.

Wir wollten nicht einfach irgendeinen Ort auswählen, ohne die Gegend wirklich kennenzulernen.

Also machten wir uns auf den Weg.

Wir sind damals fast 4.000 Kilometer durch die Baja California gefahren.

Von Süden bis hinauf nach Mulegé.

Wir haben uns viele verschiedene Regionen, Orte und Landschaften angesehen.

Denn die Baja ist riesig – und jede Gegend hat ihren eigenen Charakter.

Wir wollten herausfinden:

Wo fühlen wir uns wirklich zuhause?

Während dieser Reise wurde uns immer klarer:

Die Pazifikseite ist unser Platz.

Diese unglaubliche Kraft des Ozeans.

Die gewaltigen Wellen.

Die Brandung.

Diese wilde, ungezähmte Natur.

Genau das hat uns fasziniert.

Aber es war nicht nur die Landschaft, die dieses Gefühl ausgelöst hat.

Es waren auch die Menschen.

Diese besondere Art, miteinander umzugehen.

Diese Offenheit und Hilfsbereitschaft, die wir immer wieder erlebt haben.

Natürlich ist kein Land und keine Region perfekt.

Aber wir haben uns hier von Anfang an willkommen gefühlt.

Die Menschen begegnen einem anders.

Man kommt ins Gespräch.

Man hilft sich.

Man nimmt sich Zeit füreinander.

Gerade in einer Gegend, in der nicht immer alles sofort und perfekt organisiert ist, merkt man, wie wichtig Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung sind.

Diese Mentalität hat uns von Anfang an angesprochen.

Vielleicht auch, weil sie zu unserer eigenen Art zu leben passt.

Wir brauchen keine große Stadt direkt vor der Haustür.

Wir mögen es, wenn Menschen sich noch kennen.

Wenn ein Nachbar nicht einfach nur jemand nebenan ist, sondern jemand, auf den man sich verlassen kann.

Genau diese Mischung aus Natur, Ruhe und den Menschen vor Ort hat uns immer wieder gezeigt:

Hier könnten wir uns vorstellen zu leben.

Im Gegensatz dazu ist die Seite am Golf von Kalifornien, die Sea-of-Cortez-Seite, deutlich stärker bebaut und touristischer geprägt.

Dort gibt es viele Häuser von Amerikanern, eine dichtere Infrastruktur und insgesamt wesentlich mehr Entwicklung.

Wir suchten aber etwas anderes.

Mehr Ruhe.

Mehr Natur.

Mehr Platz.

Natürlich haben wir uns auch fertige Häuser angesehen.

Aber schnell merkten wir:

Das ist nicht das, was wir suchen.

Wir wollten kein fertiges Haus irgendwo kaufen.

Wir wollten unseren eigenen Platz finden.

Einen Ort, der wirklich zu uns passt.

Also begannen wir gezielt nach Grundstücken auf der Pazifikseite zu suchen.

Ein Grundstück haben wir uns damals sogar mit einem Makler angesehen.

Im Nachhinein waren wir froh, dass daraus nichts geworden ist.

Die GPS-Daten beziehungsweise Koordinaten stimmten nicht mit den Plänen überein.

Auch nachdem wir wieder zurück in Österreich waren und noch mehrfach mit den Maklern geschrieben hatten, bekamen wir die korrekten Unterlagen und Pläne nicht zur Verfügung gestellt.

Für uns war damit klar:

Finger weg.

Im Sommer 2023 entdeckten wir dann eher zufällig ein Grundstück im Internet.

Auf den ersten Blick war es einfach nur ein Angebot unter vielen.

Aber irgendetwas daran hat uns nicht mehr losgelassen.

35 Hektar.

Ein riesiges Stück Land mitten in der Natur.

Natürlich konnten wir uns damals noch nicht wirklich vorstellen, was diese Größe bedeutet.

Als Mitteleuropäer muss man 35 Hektar erst einmal begreifen.

Aber je mehr wir darüber nachdachten, desto mehr entstand dieses Gefühl:

Vielleicht könnte genau das unser Ort sein.

Im Oktober 2023 sind wir schließlich wieder auf die Baja gereist, um uns das Grundstück vor Ort anzusehen.

Und manchmal gibt es diese Momente, in denen man nicht lange überlegen muss.

Wir standen dort.

Sahen diese Weite.

Diese Ruhe.

Diese Landschaft.

Und irgendwie passte alles.

Natürlich war auch die rechtliche Seite für uns entscheidend.

Der Landtitel wurde geprüft und von unserer Anwältin bestätigt.

Die Unterlagen waren sauber.

Auch mit dem Eigentümer konnten wir uns einigen.

Und so wurde aus einem Grundstück, das wir zunächst nur im Internet entdeckt hatten, unser zukünftiger Lebensort.

Im Oktober 2023 haben wir dieses Land gekauft.

Ein Stück Wildnis, das einmal unser Zuhause werden soll

Unser Grundstück liegt mitten in der Natur: 35 Hektar unberührte Wildnis. Keine Nachbarn kilometerweit, keine befestigte Straße vor dem Haus, keine Stadtgeräusche. Dafür Wüste, Berge, Kakteen und der Pazifik.

Wenn wir heute dort stehen, ist das Grundstück vor allem eines: groß. Sehr groß. Wir haben uns dort tatsächlich schon einmal verlaufen und mussten unsere Architektin suchen. Es geht bergauf, bergab, dann kommt plötzlich ein Arroyo und schon verliert man leicht den Überblick. Gut, dass wir Walkie-Talkies im Container haben – denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich in der Anfangszeit noch das eine oder andere Mal verlaufen werde. 😄

Eigentlich haben wir auf unserem Grundstück nur eine richtige Orientierungshilfe: die Berge. Sie zeigen uns, wo Osten ist. Alles andere muss man sich erst einmal einprägen. Und manchmal können wir selbst kaum glauben, dass genau hier irgendwann unser Zuhause stehen wird.

Heute ist es noch ein Stück Natur. Morgen wird dort unser Haus stehen. Und irgendwann wird hoffentlich etwas entstehen, das viel größer ist als ein Gebäude: ein Zuhause. Ein Ort, an dem wir leben, an dem wir morgens aufwachen und abends schlafen gehen. Ein Ort, an dem wir uns irgendwann hoffentlich genauso selbstverständlich zuhause fühlen wie heute in unserem Übergangszuhause. Nur eben mitten in der Wildnis.

Wir wissen noch nicht genau, wie unser Leben dort aussehen wird

Natürlich haben wir Vorstellungen. Viele sogar. Wir stellen uns vor, wie wir morgens aufstehen und als Erstes nach draußen gehen. Wie wir unseren ersten Kaffee trinken und danach mit den Hunden zum Pazifik fahren, dort lange und gemütlich spazieren gehen, mit den Füßen im Wasser stehen und gemeinsam beobachten, wie die Sonne aufgeht. Danach gemütlich frühstücken, dasitzen und beobachten, wie sich das Licht über die Berge und die Wüste verändert.

Und dann überlegen wir, was der Tag so bringen wird. Romed findet sicherlich immer etwas zum Basteln oder Tüfteln. Vielleicht muss der Hühnerstall gebaut werden, vielleicht wartet eine kleine Reparatur am Auto, oder irgendwo gibt es ein Fenster, das quietscht und dringend Aufmerksamkeit braucht.

Und ich werde in der Zwischenzeit wahrscheinlich ein Brot backen – in unserem inzwischen gefundenen Backofen –, Zwetschkenmarmelade auf den Herd stellen oder Kräuter zum Trocknen auf die Terrasse legen. Abends gibt es dann vielleicht ein gutes Stück Fisch oder Fleisch vom Grill und dazu ein Glas mexikanischen Rotwein. Und wir lassen den Tag genauso gemütlich ausklingen, wie er begonnen hat.

Natürlich werden wir auch arbeiten. Aber vielleicht in unserem eigenen Tempo, mit unseren eigenen Prioritäten und mit der Freiheit, selbst zu entscheiden, wie wir unseren Tag gestalten möchten.

Aber wir wissen auch: Das sind heute noch Vorstellungen. Wir haben diesen Alltag noch nicht erlebt. Und genau das macht es so spannend. Denn irgendwann wird aus all diesen Bildern Realität. Dann werden wir nicht mehr darüber sprechen, wie wir uns unser Leben dort vorstellen. Dann werden wir wissen, wie es tatsächlich ist.

Wir möchten dort nicht nur wohnen

Für uns bedeutet das Leben auf den 35 Hektar nicht, einfach ein Haus irgendwo mitten in der Natur zu bauen. Wir möchten diesen Ort wirklich zu unserem Zuhause machen. Zu einem Ort, an dem wir uns wohlfühlen, an dem wir Zeit verbringen, an dem wir Dinge selbst machen und lernen, mit dem zu leben, was uns die Natur zur Verfügung stellt.

Vielleicht werden wir Gemüse anbauen, Kräuter pflanzen, Früchte verarbeiten, Marmelade einkochen, Brot backen, Lebensmittel haltbar machen – Dinge ausprobieren, die wir heute noch gar nicht können. Und wahrscheinlich werden wir dabei auch ziemlich oft feststellen, dass manches ganz anders funktioniert, als wir uns das vorgestellt haben. 😄

Aber genau das gehört für uns dazu. Wir wollen nicht alles perfekt planen. Wir wollen ausprobieren, lernen und unseren eigenen Weg finden. Ich möchte Hühner haben und irgendwann unsere eigenen Eier. Romed möchte Wasserstellen errichten, um die Natur und die Tiere auf unserem Grundstück zu unterstützen. Und vielleicht gibt es irgendwann auch noch Bienen. Wer weiß, was sich im Laufe der Jahre noch alles entwickelt.

Denn genau das ist es, was wir uns wünschen: nicht alles von Anfang an fertig zu haben, sondern diesen Ort gemeinsam mit der Zeit wachsen zu lassen.

Ein Paradies für unsere Hunde

Ein ganz besonderer Gedanke ist für uns natürlich auch, dass unsere beiden Mädels irgendwann dort leben werden. Nala und Hope gehören zu unserem Leben hier – und deshalb gehören sie für uns natürlich auch zu unserem zukünftigen Zuhause. Und wer weiß: Wenn wir schon so viel Platz haben, kommt vielleicht irgendwann auch noch der eine oder andere Vierbeiner dazu. Platz für noch mehr Pfoten wäre jedenfalls vorhanden.

Wir können uns heute schon vorstellen, wie Nala und Hope durch die Natur streifen, jeden Winkel erkunden und wahrscheinlich schneller als wir herausfinden werden, wo es die spannendsten Gerüche gibt. Vielleicht werden sie uns irgendwann zeigen, was wir selbst übersehen haben. Und ganz sicher werden sie diesen Ort auf ihre ganz eigene Art zu ihrem Zuhause machen.

Jeder von uns hat seine eigenen Vorstellungen

Wenn wir über unser zukünftiges Leben sprechen, merken wir immer wieder, dass wir uns in vielen Dingen wunderbar ergänzen. Während ich mir schon vorstelle, was irgendwann in unserer Speisekammer stehen wird, welche Kräuter ich anbauen möchte und was ich alles ausprobieren und herstellen will, beschäftigt sich Romed wahrscheinlich gerade mit irgendeinem technischen Detail: Wasser, Strom, Infrastruktur, oder einem System, das noch effizienter funktionieren könnte. Wie genau wir Wasser- und Stromversorgung dort aufbauen, erzählen wir übrigens ausführlicher in unserem Beitrag über unser Off-Grid-Leben mitten im Nirgendwo. Und wahrscheinlich wird Romed auch auf den 35 Hektar noch etwas finden, an dem er tüfteln kann. 😄

Ich träume vielleicht schon von selbst gebackenem Brot und Marmelade aus unserem Garten. Romed sorgt derweil dafür, dass überhaupt Wasser aus dem Hahn kommt und der Strom funktioniert. Und irgendwie ist genau das unsere perfekte Kombination. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen, aber am Ende träumen wir vom selben Leben.

Was für uns dabei unglaublich wichtig ist: Wir müssen beide handwerklich geschickt sein. Ich hätte ehrlich gesagt Angst vor einem Leben mitten im Nirgendwo, wenn ich für jede Kleinigkeit zuerst einen Handwerker suchen müsste, ihm erklären müsste, wo wir überhaupt wohnen, und er dann vielleicht zwei Stunden Anfahrt auf sich nimmt – für eine Reparatur, die am Ende fünf Minuten dauert.

Wir sind es gewohnt, selbst anzupacken. Wir schrauben, wir sägen, wir hämmern, wir tüfteln. Und wenn etwas kaputtgeht, versuchen wir erst einmal selbst herauszufinden, ob und wie wir es reparieren können. Gerade für unser zukünftiges Leben auf den 35 Hektar ist das für uns ein großer Vorteil, denn dort draußen wird es vieles nicht einfach „um die Ecke“ geben. Also müssen wir uns selbst zu helfen wissen. Und auch das gehört für uns zu dieser Art von Freiheit dazu.

Abgeschieden heißt nicht allein

Wenn man von unserem Grundstück erzählt, kommt natürlich schnell die Frage: „Aber seid ihr dort nicht völlig alleine?“ Nein. Denn gerade dort draußen sind Nachbarn vielleicht wichtiger als irgendwo sonst. Natürlich wohnen sie nicht direkt nebenan. Aber man kennt sich. Und vor allem: Man hilft sich.

Wenn sich jemand mit dem Auto auf der Sandpiste festfährt, hilft man. Wenn jemand zwei zusätzliche Hände für eine Arbeit braucht, kommt man vorbei. Wenn irgendwo etwas repariert werden muss, packt man gemeinsam an. Denn jeder weiß: Irgendwann ist man selbst auf die Hilfe des anderen angewiesen.

Und genau das ist etwas, das wir an Mexiko so schätzen: dieses selbstverständliche Miteinander. Hier hilft man sich, weil es einfach dazugehört. Nicht, weil man dafür eine Gegenleistung erwartet, nicht, weil man dazu verpflichtet ist, sondern weil man weiß, dass jeder irgendwann einmal Hilfe brauchen wird. Gerade draußen, mitten in der Natur, funktioniert Gemeinschaft deshalb vielleicht sogar noch besser als irgendwo anders – und trägt, wie wir auch in unserem Beitrag über Sicherheit in Baja California Sur beschrieben haben, ganz wesentlich zu unserem Sicherheitsgefühl hier bei.

Wir freuen uns auf diese Art des Zusammenlebens. Denn wir kommen selbst nicht aus der Großstadt. Wir haben unser ganzes Leben lang eine kleine Hütte in den Bergen gehabt – ohne Wasser, ohne Strom und mit ziemlich viel Natur rundherum. Dort haben wir oft längere Zeit verbracht und sind wunderbar zurechtgekommen. Wir wissen also durchaus, was es bedeutet, wenn nicht alles jederzeit verfügbar ist. Wenn man vorher überlegen muss, was man braucht. Wenn man sich selbst helfen muss. Und wenn man sich darauf verlassen können muss, dass man mit dem zurechtkommt, was man dabei hat.

Deshalb sehen wir unser zukünftiges Leben auf den 35 Hektar auch nicht durch eine rosarote Brille. Wir wissen sehr genau, dass es nicht immer bequem sein wird, dass es manchmal anstrengend wird, dass Dinge nicht funktionieren werden, dass man improvisieren muss und dass man manchmal einfach Geduld braucht. Aber wir wissen auch, dass genau das für uns kein Grund ist, diesen Traum nicht zu leben.

Keine Berührungsängste mit der Natur

Wer mitten in der Natur lebt, muss außerdem bereit sein, die Natur auch wirklich anzunehmen. Mit allem, was dazugehört. Und dazu gehören eben nicht nur wunderschöne Sonnenaufgänge, Kakteen und der Blick auf den Pazifik. Da gibt es auch Spinnen, Schlangen – darunter, wie wir gelernt haben, auch die Baja-Klapperschlange, eine Klapperschlangenart, die es nur auf dieser Halbinsel gibt – und Skorpione. Und vielleicht läuft uns irgendwann sogar einmal ein Puma über den Weg. Mehr über die Tierwelt, mit der wir hier täglich zusammenleben, erzählen wir übrigens in unserem Beitrag Giftige Tiere auf der Baja – oder: Warum wir hier trotzdem barfuß laufen.

Und ganz ehrlich? Wir freuen uns darauf. Natürlich bedeutet das nicht, dass wir jedem Tier unbedingt näherkommen müssen. Aber wir haben keine Berührungsängste. Für uns gehört das einfach zum Leben in der Natur dazu. Wir sind mit diesem Gedanken aufgewachsen und haben unser bisheriges Leben immer schon gerne draußen und in der Natur verbracht. Wir möchten nicht in die Wildnis ziehen und dann versuchen, die Wildnis möglichst weit von uns fernzuhalten. Wir wollen dort leben, weil wir genau diese Natur lieben.

Wir wollen morgens aufstehen und wissen, dass wir nicht alleine auf dieser Welt sind. Dass um uns herum Leben stattfindet. Dass wir vielleicht Spuren im Sand entdecken, Tiere beobachten, Vögel hören – und vielleicht auch einmal etwas sehen, das uns einen gehörigen Respekt einflößt. Wir werden lernen, mit all dem umzugehen: mit Respekt, mit gesundem Menschenverstand und mit dem Wissen, dass wir zu Gast in einem Lebensraum sind, der schon lange vor uns da war. Denn genau darum geht es für uns: Wir wollen nicht die Natur verändern, damit sie zu uns passt. Wir wollen lernen, uns an sie anzupassen.

Alles ist eine Frage der Vorbereitung

Natürlich bedeutet das Leben auf 35 Hektar auch, dass man vorbereitet sein muss. Es gibt keinen Arzt direkt um die Ecke. Deshalb gehört für uns eine gut ausgestattete Erste-Hilfe-Apotheke genauso zur Grundausstattung wie ausreichend Lebensmittelvorräte. Wir werden unsere Geräte regelmäßig überprüfen und warten und darauf achten, dass wichtige Dinge funktionieren, bevor sie überhaupt ausfallen. Man braucht einfach ein Backup vom Backup bei wichtigen Dingen wie Wasserpumpen, Reifen und Trinkwasser.

Und wir werden lernen müssen, vorausschauend zu denken. Denn dort draußen gilt: Wenn etwas fehlt, kann man nicht einfach schnell in den nächsten Laden fahren. Wenn etwas kaputtgeht, muss man vielleicht selbst eine Lösung finden. Und wenn man etwas vergessen hat, bedeutet das unter Umständen eine längere Fahrt. Genauso werden wir – nicht anders als schon in unserem ersten Sommer in La Paz – lernen müssen, mit der Hitze und den Jahreszeiten der Baja umzugehen.

Aber für uns ist das keine beängstigende Vorstellung. Es ist einfach eine Frage der Vorbereitung. Wir wissen, worauf wir uns einlassen. Und wir wissen auch, dass ein Leben in dieser Abgeschiedenheit bedeutet, anders zu planen und ein bisschen weiter vorauszudenken. Genauso wie wir wissen, dass wir uns auf unsere Nachbarn verlassen können. Und sie sich hoffentlich auch auf uns.

Denn vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt: Abgeschieden zu leben bedeutet nicht, alleine zu leben. Im Gegenteil. Vielleicht lernt man gerade dort draußen wieder ganz neu, wie wichtig Gemeinschaft ist. Wenn jeder einmal auf die Hilfe des anderen angewiesen ist, wird aus Nachbarschaft schnell Zusammenhalt. Und genau auf diese Menschen freuen wir uns ganz besonders.

Unser Haus ist nicht das Ziel

Je länger wir darüber nachdenken, desto mehr wird uns bewusst: Unser Haus ist eigentlich gar nicht das Ziel. Es ist der Ort, an dem unser neues Leben stattfinden soll. Wir bauen kein Haus, um ein schönes Haus zu besitzen. Wir bauen ein Zuhause, in dem wir leben möchten: mit unseren Hunden, mit Freunden, die uns besuchen, mit Menschen, die vielleicht irgendwann bei uns am Tisch sitzen. Mit langen Abenden, guten Gesprächen, selbst gekochtem Essen. Mit Meerblick, Wüste, Bergen, viel Natur – und hoffentlich mit ganz vielen Geschichten, die wir heute noch gar nicht kennen.

Vielleicht wird unser Leben dort irgendwann ganz anders aussehen, als wir es uns heute vorstellen. Vielleicht werden manche unserer Pläne nicht funktionieren, vielleicht kommen neue Ideen dazu, vielleicht werden wir Dinge ausprobieren und wieder verwerfen. Und vielleicht werden wir irgendwann feststellen, dass wir etwas ganz anderes brauchen, als wir heute denken. Aber genau das ist das Spannende. Wir bauen nicht nur ein Haus. Wir bauen einen Ort, an dem wir unser Leben weiterentwickeln können.

Das eigentliche Abenteuer beginnt erst noch

Wenn wir heute auf unserem Grundstück stehen, können wir uns manchmal noch gar nicht richtig vorstellen, dass hier irgendwann unser Alltag stattfinden wird. Heute sehen wir Wüste, morgen vielleicht unseren Garten. Heute sehen wir Berge, morgen vielleicht unsere Hunde, die irgendwo zwischen den Kakteen herumrennen. Heute sehen wir ein Stück unberührte Natur. Morgen werden wir vielleicht auf der Terrasse sitzen und sagen: „Weißt du noch, wie es hier früher ausgesehen hat?“

Und vielleicht ist genau dieser Gedanke einer der schönsten. Denn wir wissen heute noch nicht, wie unser Leben auf den 35 Hektar aussehen wird. Aber wir wissen, warum wir es wollen. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem wir uns frei fühlen. Einen Ort, an dem wir bewusster leben. Einen Ort, an dem die Natur nicht nur vor unserer Haustür liegt, sondern ein Teil unseres Alltags wird. Einen Ort, an dem wir Zeit haben – für uns, für unsere Hunde, für Freunde, für das Meer, für die kleinen Dinge. Und vielleicht auch für all die Dinge, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass wir sie einmal lieben werden.

Unser Traum ist deshalb nicht einfach ein Haus mitten im Nirgendwo. Unser Traum ist ein Leben. Und dieses Leben muss erst noch Realität werden. Wir stehen noch ganz am Anfang. Aber genau das macht es so aufregend. Denn eines Tages werden wir hoffentlich zurückblicken und sagen: „Weißt du noch, als wir hier standen und uns nur vorstellen konnten, wie es einmal sein wird?“

Und dann werden wir wissen: Wir haben nicht nur ein Haus gebaut. Wir haben uns ein Zuhause geschaffen. Und vielleicht sogar ein kleines Stück Paradies.

Unser Paradies auf 35 Hektar. 🌵💚

Übrigens: Alle Punkte rund ums Wohnen, Grundstückskauf und Hausbau haben wir ausführlich in unseren Checklisten zur Auswanderung nach Mexiko gesammelt.

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Ein wichtiger Hinweis zu unseren Beiträgen

Alles, was wir hier teilen, basiert auf unseren eigenen Erfahrungen und auf Recherchen, die wir nach bestem Wissen und Gewissen durchführen.

Wir sind aber keine Anwälte, Steuerberater oder sonstige Fachleute, und wir können nicht garantieren, dass alle Informationen vollständig oder aktuell sind.

Gesetze und Vorschriften können sich ändern, und je nach Region in Mexiko kann sich die Situation unterscheiden.

Unser Rat: Bevor ihr euch auf Informationen aus diesem Blog verlasst, prüft sie bitte selbst nochmal bei den zuständigen Behörden oder Fachleuten vor Ort.

Wir möchten euch mit unseren Erfahrungen unterstützen, aber die Verantwortung für eure eigenen Entscheidungen könnt ihr uns damit nicht abnehmen. 😊

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