Everyday life in Mexico – the problem with the Mexican washing machine

Es sind oft nicht die großen Abenteuer, die ein neues Leben in einem anderen Land prägen.
Es sind die kleinen Dinge.
Die alltäglichen, unscheinbaren Momente – wie eben eine Waschmaschine.

In der Gegend wo wir jetzt wohnen ist es meistens gängig, dass Mietshäuser bereits mit den wichtigsten Geräten ausgestattet sind.
Praktisch, dachten wir.
Bis wir in Mexiko zum ersten Mal mit einem Toploader konfrontiert wurden.

Und plötzlich war alles anders.

Keine feine Temperaturwahl, keine Programme, wie wir sie aus Europa kennen. Stattdessen drei einfache Einstellungen: kalt, lauwarm, heiß. Mehr nicht. Reduziert auf das Wesentliche.

Ich erinnere mich noch gut an die ersten Waschgänge.
Aus alter Gewohnheit heraus wählte ich „lauwarm“.
Sicher ist sicher, dachte ich. Schließlich möchte man die Stücke ja nicht riskieren.
Doch so richtig sicher fühlte sich hier nichts an.

Die Maschine arbeitete laut, fast ein bisschen chaotisch.
Die Wäsche drehte sich im Kreis, aber fiel nie wirklich durch das Wasser wie in einem Frontlader.
Und ich stand daneben und versuchte zu verstehen, wie das hier eigentlich sauber werden soll.
Dann war da noch dieser zentrale Rührstab in der Trommel.
Auf den ersten Blick unscheinbar, aber in der Praxis ein stiller Gegner meiner Kleidung.
Nach und nach zogen sich Fäden aus Stoffen, Handtücher verloren sichtbar an Volumen – als würde ihnen die Kraft entzogen.

Und irgendwann kam der Moment, der mich wirklich stutzig machte.

Frisch gewaschene Wäsche begann unangenehm zu riechen.
Kurz darauf reagierte Romed mit einem Hautausschlag – genau dort, wo das T-Shirt direkten Kontakt zur Haut hatte.
Spätestens da war klar: Das ist mehr als nur ein technisches Missverständnis.

Die Baja California Sur ist ein raues, staubiges Land.
Sand ist allgegenwärtig, und Sauberkeit hat hier oft eine andere Bedeutung als in Europa.
Aber muffige Wäsche?
Das ist eine Grenze, die selbst hier überschritten wurde.

Also begann ich zu recherchieren:
Mexikanische Waschmaschinen besitzen in der Regel keine eigene Heizung.
Sie arbeiten mit dem Wasser, das aus der Hausleitung kommt. Und das klingt zunächst völlig logisch – bis man genauer hinschaut.
Denn auch das Warmwasser in mexikanischen Häusern ist nicht mit europäischen Standards zu vergleichen. Viele Boiler schaffen gerade einmal um die 50 Grad – oft weniger.

Das bedeutet: Selbst wenn man „heiß“ wählt, kommt kein wirklich heißes Wasser in der Trommel an.
Es trifft auf kalte Wäsche, kühlt sofort weiter ab und sinkt während des gesamten Waschgangs noch weiter.
Was auf dem Papier wie eine 90-Grad-Wäsche aussieht, beginnt in der Realität oft bei vielleicht 40 Grad – und endet deutlich darunter.

Seit diesem Moment sehe ich Waschmaschinen hier mit anderen Augen.

Es sind jedoch genau diese kleinen Alltagsrealitäten, die einem zeigen, wie anders das Leben in diesem Land funktioniert – und wie viel man erst lernen muss, selbst über Dinge, die man für selbstverständlich gehalten hat.

Und vielleicht ist genau das das Schönste daran: Dass man sogar über eine Waschmaschine in Mexiko noch eine Geschichte erzählen kann.

Update: Die Suche hat ein Ende – wir haben uns für einen Samsung-Frontlader mit integriertem Heizstab entschieden, der morgen bei uns geliefert wird. Ob er unseren Vorstellungen wirklich entspricht, werden die ersten Waschgänge zeigen. Wie wir generell inzwischen an Haushaltsgeräte herangehen, erzählen wir in unserer Serie „Dinge, über die wir heute anders nachdenken“.

You can find out more about our journey to Mexico on our YouTube channel, where we have been involved from the very beginning – even since the initial preparations in Austria.


An important note about our contributions

Everything we share here is based on our own experiences and on research that we conduct to the best of our knowledge and conscience.

However, we are not lawyers, tax advisors or other professionals, and we cannot guarantee that all information is complete or up-to-date.

Laws and regulations may change, and depending on the region in Mexico, the situation may differ.

Our advice: Before relying on the information in this blog, please check with the relevant authorities or local professionals yourself.

We want to help you with our experience, but you cannot take the responsibility for your own decisions away from us. 😊

By the way: We have detailed information about arrival, first official procedures, and emergency plans in our Checklists for emigration to Mexico collected.

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