Who let the dogs out?

Seit zwei Monaten leben Nala und Hope nun bei uns.

Zwei Monate, in denen sie praktisch keinen Schritt ohne Leine gemacht haben. In den ersten 3 Wochen war ja nicht einmal ans Spazierengehen zu denken.

Nicht, weil wir ihnen nicht vertraut hätten. Sondern weil wir ihnen erst einmal Zeit geben wollten.

Zeit, uns kennenzulernen.

Zeit, Vertrauen aufzubauen.

Und vor allem Zeit, eine Bindung zu uns beiden entstehen zu lassen, bevor wir den nächsten Schritt wagen.

Denn als die beiden zu uns kamen, wussten wir nicht, was in ihrem bisherigen Leben passiert war. Sie waren nicht sozialisiert, kannten kaum Regeln und hatten gelernt, vorsichtig mit Menschen umzugehen.

Deshalb wollten wir nichts erzwingen.

Die Leine gab uns Sicherheit.

Und sie gab den beiden Sicherheit.

Schon vor ein paar Tagen hatten wir beschlossen, dass wir es jetzt langsam einmal versuchen könnten.

Nicht irgendwo.

Nicht mitten am Tag.

Sondern ganz früh morgens, wenn am Strand, an dem wir sonst schwimmen gehen, noch niemand unterwegs ist.

Wir wollten ihnen zum ersten Mal die Leinen abnehmen und sehen, was passiert.

Der Plan stand also.

Nur der richtige Zeitpunkt fehlte noch.

Und dann war es heute soweit.

Hope hatte wieder einmal beschlossen, dass Schlaf völlig überbewertet wird und weckte uns kurz vor fünf Uhr morgens.

Also dachten wir – warum dann nicht heute?

Es begann gerade zu dämmern, als wir losfuhren.

Mit zwei Hunden im Auto und ziemlich viel Respekt vor dem, was gleich passieren würde.

Als wir am Strand ankamen, war es noch ganz ruhig. Wir gingen durch die Dünen hinunter zum Wasser.

Gerade begann die Sonne aufzugehen.

Wir klickten die Leinen aus und warteten einfach ab.

Keiner von uns wusste, was jetzt passieren würde.

Nala und Hope blieben zunächst ganz ruhig. Dann setzten sie sich langsam in Bewegung.

Ganz vorsichtig.

Sie gingen ein paar Schritte – und liefen tatsächlich direkt ins Wasser.

Dort blieben sie ganz ruhig stehen. Genau so, wie wir es sonst auch immer mit ihnen machen.

Und ich glaube, in diesem Moment hatten sie noch gar nicht realisiert, dass etwas fehlte.

Die Leine.

Für sie war einfach alles wie immer.

Das Wasser vor ihnen, wir hinter ihnen und dieser Strand, den sie inzwischen kannten.

Nur diesmal konnten sie sich frei bewegen.

Das Meer war spiegelglatt an diesem frühen Morgen. Kein Wind, kaum eine Welle. Nur die Pelikane, die ganz friedlich über das ruhige Wasser schwammen.

Und dann begriffen die beiden plötzlich, was eigentlich los war.

Keine Leine.

Von einer Sekunde auf die andere schossen sie los.

Wie Gewehrkugeln jagten sie den Strand entlang, der Sand flog nur so hinter ihnen her.

Nala und Hope haben diesen unglaublichen Körperbau – fast wie Raubkatzen. Schlank, kräftig und gemacht für Geschwindigkeit.

Und genau das zeigten sie uns jetzt.

Wir konnten ihnen nur noch hinterherschauen.

Immer weiter liefen sie den Strand entlang.

Bald waren aus unseren beiden Hunden nur noch zwei kleine Punkte am Horizont geworden.

Wir hatten sie fast schon aus den Augen verloren, als die beiden Punkte am Strand plötzlich wieder größer wurden.

Mit genau demselben Tempo kamen sie wieder auf uns zugeschossen und liefen völlig glücklich zu uns zurück.

Natürlich wurden sie ausgiebig belohnt.

Danach gingen wir gemeinsam mit ihnen ins Wasser, genau wie wir es sonst auch immer machen.

Doch lange hielt die Ruhe nicht.

Kurz darauf machten die beiden wieder los. Nala vorneweg, Hope hinterher.

Diesmal liefen sie schon deutlich weniger weit.

Und auch diesmal dauerte es nicht lange, bis sie wieder umdrehten und zu uns ins Wasser zurückkamen.

Das Ganze wiederholte sich einige Male.

Irgendwann konnte Hope mit Nalas Tempo und ihrem Elan allerdings nicht mehr mithalten. Sie blieb einfach im Wasser stehen und kühlte sich ab.

Also blieb auch Nala bei uns.

Nach einiger Zeit verlagerten die beiden ihre Energie dann an den Strand und begannen miteinander zu spielen.

Zum Glück hatten wir Wasser mitgenommen. Die beiden waren natürlich durstig – und dass Salzwasser nicht besonders gut schmeckt, hatten sie schon vor einiger Zeit herausgefunden.

Wir standen einfach nur da und waren überglücklich.

Endlich konnten wir den beiden die Freiheit ermöglichen, die sie sich so sehr verdient hatten.

Zum ersten Mal in ihrem Leben konnten sie frei und unbeschwert über den Strand laufen, im Wasser herumtoben und einfach nur Hund sein.

Und wir durften dabei zusehen.

Genau auf diesen Moment hatten wir hingearbeitet.

Es ging uns schon lange nicht mehr darum, aus Nala und Hope perfekt abgerichtete Hunde zu machen. Sie sollten einfach glücklich leben dürfen.

Und was kann für einen Hund wohl schöner sein, als gemeinsam mit seiner Schwester bei Sonnenaufgang über einen menschenleeren Strand zu toben, ins Wasser zu laufen und einfach frei zu sein?

Es war der Beweis, dass sich unser gemeinsamer Weg, all die Geduld und die kleinen Schritte, die wir miteinander gegangen waren, für uns alle gelohnt hatten.

Übrigens: Alles rund um die Auswanderung mit Haustier haben wir ausführlich in unseren Checklisten zur Auswanderung nach Mexiko gesammelt.

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