Von „schwer vermittelbar“ zu „ziemlich glücklich“ – unsere ersten zwei Monate mit Nala & Hope

Als Nala und Hope im Juni 2026 bei uns eingezogen sind, wussten wir nicht genau, was auf uns zukommt.
Wir wussten nur:
Da sind zwei junge Schwestern.
Zwei Baja-Mädels.
Eine davon eine kleine Energiebombe.
Die andere ziemlich schüchtern.
Und beide hatten in ihrem kurzen Leben offensichtlich schon mehr erlebt, als sie eigentlich hätten erleben sollen.

Die private Tierrettung hatte uns erzählt, dass die beiden nicht gerade einfach zu vermitteln seien. Sie waren nicht sozialisiert, kannten kaum etwas und mussten erst wieder lernen, Menschen zu vertrauen.

Aber eines war für uns von Anfang an klar:
Die beiden gibt es nur im Doppelpack.
Eine ohne die andere?
Keine Option.

Denn wenn man ihre Geschichte kennt, versteht man auch warum.
Sie hatten einander.
Sie waren Schwestern, beste Freundinnen und wahrscheinlich gegenseitig ihr größter Halt.
Was auch immer vor ihrer Zeit bei uns passiert war – sie hatten es gemeinsam durchgestanden.

Und genau deshalb wollten wir ihnen eines geben:
Ein Zuhause.
Gemeinsam.

Die ersten Tage: Vertrauen ist kein Schalter

Für uns war ziemlich schnell klar, dass wir bei den beiden nicht mit klassischen Erziehungsmethoden anfangen würden.
Sitz.
Platz.
Bleib.
Fuß.
Das alles würde irgendwann kommen.
Aber nicht jetzt.

Denn wie soll ein Hund einem Menschen folgen, wenn er diesem Menschen noch gar nicht vertraut?
Wie soll ein Hund Kommandos lernen, wenn er eigentlich noch damit beschäftigt ist herauszufinden, ob die Welt um ihn herum sicher ist?

Also haben wir beschlossen:
Erst Vertrauen. Dann der Rest.

Nala und Hope durften erst einmal einfach ankommen. Sie durften beobachten, sich zurückziehen, neugierig sein und selbst entscheiden, wann sie den nächsten Schritt machen wollten.

Bei Hope war das besonders deutlich.
Sie war anfangs unglaublich vorsichtig. Berührungen waren schwierig, Nähe musste sie erst lernen und manchmal schien sie am liebsten unsichtbar werden zu wollen.

Aber dann kamen diese kleinen Momente:
Ein Leckerli aus der Hand.
Ein vorsichtiger Schritt auf uns zu.
Ein Blick, der ein bisschen länger blieb.
Eine erste Berührung.

Für uns waren das keine Kleinigkeiten.
Das waren riesige Fortschritte.
Denn Vertrauen kann man nicht erzwingen.
Man kann es nur anbieten.
Und dann warten.

Und plötzlich war da eine ganz andere Hope

Heute können wir manchmal kaum glauben, wie Hope am Anfang war.
Denn irgendwann hat sie sich einfach komplett geöffnet.

Unsere Hope – Tranquilo.
Die ruhige, entspannte Beobachterin, die erst einmal alles analysiert, bevor sie entscheidet, ob sie etwas gut findet.

Heute liebt Hope das Kuscheln.
Sie kommt von selbst zu uns, sucht unsere Nähe und genießt es ganz offensichtlich, gestreichelt zu werden.

Und dann gibt es natürlich noch die Momente, in denen sie uns zeigt, dass sie inzwischen durchaus ihren eigenen Kopf hat.
Zum Beispiel, wenn sie ganz frech aufs Bett hüpft.
Einfach so.
Als wäre das schon immer ihr Platz gewesen. 😄

Und ganz ehrlich?
Wir finden es großartig.
Denn wenn man weiß, dass genau dieser Hund am Anfang kaum Nähe zulassen konnte, dann ist so ein frecher Sprung aufs Bett plötzlich ein ziemlich großer Entwicklungsschritt.

Auch bei unseren Spaziergängen ist Hope heute kaum wiederzuerkennen.
Unser Tranquilo gibt inzwischen richtig Gas.
Sie läuft voller Freude mit, ist überall dabei, erkundet ihre Umgebung und hat offensichtlich beschlossen, dass Abenteuer ziemlich cool sind.

Aus dem kleinen, ängstlichen Hund ist eine fröhliche und selbstbewusste Hündin geworden.

Und wenn es ans Schnüffeln geht, ist sie ohnehin voll in ihrem Element.
Beim Spurensuchen wird aus Hope plötzlich eine hochkonzentrierte Geruchsdetektivin.
Dann gibt es kein Tranquilo mehr.
Dann wird gearbeitet.
Konzentriert.
Ruhig.
Und mit einer unglaublichen Ausdauer.

Wir haben Hope nicht verändert.
Wir haben ihr nur die Möglichkeit gegeben, zu zeigen, wer sie eigentlich ist.
Und das ist vielleicht das Schönste an ihrer Entwicklung.

Nala – The Machine

Und dann ist da natürlich noch Nala.
Unsere Nala – The Machine.

Während Hope erst einmal in Ruhe überlegt, ob sie etwas interessant findet, hat Nala wahrscheinlich schon drei Runden gedreht, alles beschnüffelt und die nächste Mission gestartet.

Energie?
Immer vorhanden.
Neugier?
Unbegrenzt.
Abenteuer?
Immer her damit!

Nala ist unsere kleine Energiebombe.
Sie ist neugierig, lebhaft und voller Tatendrang – und manchmal vermutlich ein bisschen schneller als ihr eigener Kopf. 😄

Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein.
Hope – Tranquilo.
Nala – The Machine.

Und trotzdem sind sie ein unschlagbares Team.
Denn so unterschiedlich sie auch sind, eines haben sie gemeinsam:
Sie gehören zusammen.

Unsere beiden Mädels schlafen bei uns

Eine Sache ist mittlerweile ganz selbstverständlich geworden:
Unsere beiden schlafen nachts bei uns im Schlafzimmer.
Und wir lieben es.

Sie haben ihre Plätze, wechseln zwischendurch natürlich auch mal den Liegeplatz und manchmal wird vermutlich noch diskutiert, wer wo liegen darf.
Aber am Ende sind alle vier zusammen.

Und genau das ist für uns etwas ganz Besonderes.
Denn ein Hund, der nachts entspannt schläft, fühlt sich sicher.
Und genau das wollten wir unseren beiden geben:
Ein Zuhause, in dem sie sich sicher fühlen.

Ein Zuhause, in dem sie wissen:
Hier passiert mir nichts.
Hier bin ich angekommen.

Sitz? Platz? Bleib?

Ähm …
Nein. 😄

Nala und Hope kennen bis heute noch keine klassischen Grundkommandos.
Und wisst ihr was?
Das ist uns im Moment völlig egal.

Natürlich werden sie das alles noch lernen.
Irgendwann.
Aber wir haben wirklich noch sehr, sehr viel Zeit.

Momentan laufen sie bei unseren Spaziergängen einfach an der Leine dorthin, wo sie gerade hinwollen.
Nala möchte links?
Okay.
Hope möchte rechts?
Auch okay.
Eine bleibt stehen, weil irgendwo etwas unglaublich Interessantes geschnüffelt werden muss?
Dann warten wir eben.

Wir haben keinen Stress.
Denn für uns gibt es gerade etwas viel Wichtigeres als perfekte Leinenführigkeit oder ein korrekt ausgeführtes „Sitz“:
Vertrauen.

Man kann keinen Hund sinnvoll erziehen, wenn das grundlegende Vertrauen in die eigene Person noch nicht da ist.
Wir möchten, dass Nala und Hope zuerst wissen:
Wir sind ihre Menschen.
Wir sind da.
Wir passen auf sie auf.
Und sie können uns vertrauen.

Alles andere kommt später.
Sitz, Platz und Bleib laufen uns nicht davon.

Und mal ehrlich:
Wir sind nach Mexiko ausgewandert, um unser Leben ein bisschen entspannter zu gestalten.
Da müssen wir jetzt nicht ausgerechnet bei der Hundeerziehung plötzlich hektisch werden. 😄

Zwei Monate später

Wenn wir heute zurückblicken, können wir manchmal selbst kaum glauben, wie sehr sich unsere beiden verändert haben.

Natürlich gibt es noch Situationen, in denen sie unsicher werden.
Natürlich gibt es noch Dinge, die sie lernen müssen.
Aber das ist völlig okay.

Denn wir haben keine perfekten Hunde gesucht.
Wir wollten ihnen ein Zuhause geben.
Einen Ort, an dem sie bleiben dürfen.
Einen Ort, an dem sie nichts leisten müssen, um geliebt zu werden.

Und heute sehen wir nicht mehr zwei ängstliche Hunde, die irgendwann einmal als „schwer vermittelbar“ galten.
Wir sehen unsere beiden Mädels.

Hope – Tranquilo.
Die mittlerweile kuschelt, frech aufs Bett hüpft, beim Spaziergang richtig Gas gibt und am liebsten überall dabei ist.

Und Nala – The Machine.
Unsere Energiebombe, die uns mit ihrer Neugier und ihrem Mali-Wahnsinn wahrscheinlich noch vor die eine oder andere Herausforderung stellen wird.
Oder vor zehn. 😄

Was uns die beiden gelehrt haben

Nala und Hope haben uns in diesen ersten zwei Monaten etwas Wichtiges beigebracht:
Vertrauen braucht Zeit.

Und manchmal ist der größte Fortschritt nicht das, was ein Hund plötzlich kann.
Sondern das, was er sich plötzlich traut.

Man kann einen ängstlichen Hund nicht dazu zwingen, mutig zu sein.
Aber man kann ihm einen sicheren Ort geben, an dem Mut entstehen darf.
Man kann warten.
Man kann geduldig sein.
Man kann immer wieder sagen:
„Du darfst. Aber du musst nicht.“

Und irgendwann kommt dieser Moment.
Der Hund entscheidet selbst:
„Ich traue mich.“

Für uns sind genau diese Momente unbezahlbar.
Denn wenn ein Hund, der früher Angst vor Berührung hatte, plötzlich seine Nase in deine Hand steckt, um gestreichelt zu werden, dann ist das für andere vielleicht nur ein kurzer Augenblick.
Für uns ist es ein kleines Wunder.

Und heute?
Heute leben also zwei Menschen und zwei Hunde irgendwo auf der Baja California Sur.
Naja …
Wobei wir manchmal das Gefühl haben, dass die Hunde inzwischen das Sagen haben. 😄

Wir haben zwei junge Schwestern bekommen.
Und zwei völlig unterschiedliche Charaktere.
Eine ist The Machine.
Eine ist Tranquilo.
Beide sind voller Energie, Neugier und Mali-Wahnsinn.
Beide haben ihre eigene Geschichte.
Und beide haben eine Vergangenheit, die wir wahrscheinlich nie vollständig kennen werden.

Wir wissen nicht, was ihnen passiert ist, bevor sie zu uns kamen.
Wir wissen nicht, wovor sie so lange Angst hatten.
Aber wir wissen, was jetzt kommt.

Ein Leben, in dem sie sicher sind.
Ein Leben, in dem sie geliebt werden.
Ein Leben, in dem sie einfach Hunde sein dürfen.

Und vielleicht ist das Schönste an ihrer Geschichte, dass nicht nur wir ihnen ein Zuhause gegeben haben.
Sie haben auch uns ein Stück Zuhause geschenkt.

Nala und Hope sind erst seit zwei Monaten bei uns.
Aber manchmal fühlt es sich an, als wären sie schon immer da gewesen.

Und wenn wir heute in ihre Augen schauen, sehen wir nicht mehr zwei Hunde, die erst lernen mussten, Menschen zu vertrauen.
Wir sehen unsere Familie.
Unsere Nala.
Unsere Hope.
Unsere beiden Baja-Mädels.

Mehr über uns, wie es uns nach Mexiko verschlagen hat und was wir hier aufbauen, erzählen wir auf unserer Über-uns-Seite.

Und wir können es kaum erwarten zu sehen, welche Abenteuer wir noch gemeinsam erleben werden.
Denn eines steht jetzt schon fest:
Zu viert ist das Leben auf der Baja einfach noch ein bisschen besser. ❤️

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