Dinge, über die wir heute anders nachdenken: Wasser auf der Baja – warum wir heute über jeden Liter anders denken

Nachdem wir uns im ersten Teil dieser Serie gefragt haben, ob ein Geschirrspüler auf der Baja überhaupt sinnvoll ist, gehen wir diesmal einen Schritt weiter. Je intensiver wir unser zukünftiges Leben planen, desto klarer wird uns: Es geht längst nicht mehr nur um einzelne Geräte, sondern darum, wie wir mit den Ressourcen umgehen, die uns zur Verfügung stehen.

Im ersten Teil dieser Serie ging es um die Frage, ob wir auf der Baja überhaupt einen Geschirrspüler brauchen. Im dritten Teil geht es weiter mit Müll, Kompost und natürlichen Kreisläufen auf unserem Grundstück.

Wasser spielt dabei eine ganz besondere Rolle.

Wasser war für uns schon lange ein Thema

Schon lange bevor wir nach Mexiko ausgewandert sind, hatten wir auf unseren Reisen Länder kennengelernt, in denen Wasser keine Selbstverständlichkeit war. Diese Erfahrungen haben unseren Blick verändert, und auch in Österreich haben wir versucht, bewusst mit Wasser umzugehen.

Auf der Baja wird einem die Bedeutung von Wasser noch einmal deutlicher. Hier sieht man unmittelbar, dass es sich um eine begrenzte Ressource handelt: Lange Trockenperioden gehören zum Alltag, und die Versorgung muss gut geplant werden.

Unsere Einstellung hat sich dadurch nicht grundsätzlich verändert – aber sie ist bewusster geworden. Bei vielen Dingen überlegen wir heute automatisch, ob es einen sinnvolleren Weg gibt.

Unsere Wasserversorgung

In unserem zukünftigen Zuhause kommt Wasser nicht einfach aus einer öffentlichen Leitung. Die Versorgung erfolgt über zwei große Wassertanks mit je 10.000 Litern Fassungsvermögen, die regelmäßig von einem Tankwagen – einer sogenannten Pipa – befüllt werden.

Zusätzlich planen wir eine Filteranlage für das Brauchwasser. Trinkwasser werden wir, wie viele Menschen auf der Baja, weiterhin separat kaufen, da die Wasserqualität nicht überall dafür geeignet ist.

Auch Regenwasser möchten wir sammeln, wenn während der Hurricane-Saison nennenswerte Mengen fallen. Es wird unsere Versorgung nicht ersetzen, kann sie aber sinnvoll ergänzen.

Wie unser gesamtes Off-Grid-System mit Wasser- und Stromversorgung aufgebaut ist, zeigen wir ausführlicher in unserem Beitrag „Off-Grid leben – oder: Wie baut man eigentlich mitten im Nirgendwo?“. Hier geht es vor allem darum, warum wir heute anders über Wasser nachdenken.

Grauwasser – jeder Liter zählt

Früher haben wir selten darüber nachgedacht, was mit dem Wasser passiert, nachdem es aus dem Hahn geflossen ist. Heute beschäftigt uns genau diese Frage.

Deshalb planen wir eine Grauwasseranlage: Das Wasser aus Dusche, Waschbecken und Waschmaschine soll biologisch gereinigt und anschließend zur Bewässerung genutzt werden.

Naheliegend ist die Frage, warum wir dieses Wasser nicht zusätzlich in Tanks speichern: Für einen Zwei-Personen-Haushalt wäre eine weitere Speicherung technisch und wirtschaftlich kaum sinnvoll. Die anfallende Menge ist überschaubar, eine direkte Nutzung passt daher deutlich besser zu unserem Konzept.

Uns geht es dabei nicht um technische Spielerei, sondern darum, Wasser sinnvoll zu nutzen und möglichst wenig davon zu verschwenden.

Schwarzwasser – ein eigenes System

Neben dem Grauwasser gibt es das sogenannte Schwarzwasser: die Abwässer aus der Toilette sowie stärker belastetes Wasser, etwa aus der Küche mit Fett- und Lebensmittelresten.

Dieses Wasser behandeln wir nicht gemeinsam mit dem Grauwasser, sondern über eine eigene, unterirdische und auslaufsichere Anlage. Darin übernehmen natürliche Mikroorganismen einen großen Teil der biologischen Reinigung. Ziel ist nicht, das Abwasser einfach verschwinden zu lassen, sondern die enthaltenen Stoffe so abzubauen, dass die Umwelt möglichst wenig belastet wird.

Uns war wichtig, eine Lösung zu finden, die langfristig funktioniert, wartungsarm ist und zu den Bedingungen auf der Baja passt: verantwortungsvoll mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen, statt möglichst komplizierte Technik einzusetzen.

Es geht nicht um Verzicht

Viele verbinden ein Leben ohne öffentliche Infrastruktur automatisch mit Verzicht. Für uns fühlt es sich eher nach einem bewussteren Leben an.

Natürlich braucht vieles mehr Planung, aber wir empfinden das nicht als Einschränkung – im Gegenteil. Viele Entscheidungen fühlen sich heute bewusster an als früher. Nicht, weil wir auf etwas verzichten müssen, sondern weil wir uns intensiver mit den Folgen unseres Handelns beschäftigen.

Der nächste Schritt: Kompost

Je länger wir uns mit dem Thema Wasser beschäftigen, desto deutlicher wird uns, dass vieles zusammenhängt. Was passiert mit organischen Abfällen? Kann man auf der Baja überhaupt sinnvoll kompostieren? Und welche Lösungen passen zu unserem Leben? Genau diesen Fragen widmen wir uns im nächsten Teil unserer Serie „Dinge, über die wir heute anders nachdenken“.

Übrigens: Alle Punkte rund ums Wohnen, Grundstückskauf und Hausbau haben wir ausführlich in unseren Checklisten zur Auswanderung nach Mexiko gesammelt.

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